Über Wüste und NaturDoch nicht nur die Weltproduktion an Photovoltaik ist völlig unzureichend, auch die Vorstellungen, wo die Sonnenenergie geerntet werden soll, sind bisweilen reichlich unrealistischProbleme, die man sich nicht anschauen mag, werden möglichst weit weggeschoben. Redensarten wie ¬Auf die lange Bank schiebenª, ¬Aus dem Auge, aus dem Sinnª, ¬In die Wüste schickenª sind Ausdruck dieser Verhaltensweise. So lebenswichtigen Problemen wie die Nutzung der Sonnenenergie wird auch auf diese Weise begegnet.
Es stimmt schon, daß in der Sahara die Sonne viel intensiver scheint. Dafür ist es dort auch viel heißer. Dies vermindert den Wirkungsgrad heutiger Photovoltaik von 15% auf 9% bis 10%. Doch das wäre nicht das schlimmste. Die Energie muß dann noch zu den Konsumenten nach Europa transportiert werden. Für diesen Transport denkt man im Moment an Wasserstoff als Energieträger. Der Wirkungsgrad der Elektrolyse zur Wasserstoff-Herstellung liegt knapp über 60%, zusammen mit dem Energieverbrauch für die Verflüssigung ergeben sich bestenfalls 50%. Anschließend verbrauchen die Transportschiffe noch Energie, um sich zu bewegen und ihre Fracht flüssig zu halten. Zuletzt muß der Wasserstoff wieder in Strom umgewandelt werden. Man könnte darüber direkt eine Geschichte wie ¬Die 10 kleinen Negerleinª machen. Etwa ¬Die 10 kleinen Megawattsª. Sicher werden wir einmal Energie aus der Wüste nützen, aber diese Energie steht wegen des ungünstigen Kosten/Nutzen Verhältnis nicht an der ersten Stelle der Investitionsliste für Sonnenenergie. |

